Fernstudium
Definition Fernstudium
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem Fernstudium und dem Präsenzstudium. Beim Präsenzstudium finden die Vorlesungen vor Ort (meist an einer Universität oder Fachhochschule) statt. Dies ist der klassische Bildungsweg.
Seit den 70ern hat sich in Deutschland eine andere Art des Studierens etabliert: das Fernstudium. Beim Fernstudium werden dem Teilnehmer Skripte und Aufgaben auf dem Postweg – heute teilweise auch auf dem elektronischen Wege per Email – zugesandt. Der Fernstudent muss sich in Eigenregie den Lernstoff beibringen, und die ihm zugesandten Aufgaben bearbeiten und zur Korrektur zurücksenden.
Für den Fernstudenten ist vorteilhaft, dass er quasi an jedem Ort sein Studium absolvieren kann. Weiterhin ist die flexible Zeiteinteilung ein Vorteil, so dass viele Arbeitnehmer auch nebenberuflich studieren können. Hier finden Sie eine ausführliche Liste mit den Vorteilen eines Fernstudiums.
Abgrenzung: Fernstudium und Fernunterricht
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Fernstudium und Fernunterricht synonym gebraucht. Der deutliche Unterschied beider Bildungsarten ist, dass das Fernstudium zum Ziel hat, dem Studenten ein staatlich anerkannten akademischen Abschluss zu ermöglichen. In Deutschland sind dies das Diplom, und in den letzten Jahren der Bachelor und Master.
Die Entwicklung des Fernstudiums
In den letzten Jahrzehnten hatte das Fernstudium einen eher schlechten Ruf. Schuld daran war hauptsächlich die hohe Abbruchquote. Diese lässt sich durch den Zeitmangel berufstätiger Fernstudenten, die fehlende Nähe zu Dozenten und Kommilitonen sowie mangelde Selbstdisziplin erklären.
Mit dem Voranschreiten des Internets konnte die Kommunikation über einen sogenannten virtuellen Campus jedoch deutlich verbessert werden, so dass eine komplett anonyme Postkommunikation heute in der Regel nicht mehr vor kommt. Wahrscheinlich ist es vor allem dieser Modernisierung zu verdanken, dass die Nachfrage an Fernstudiengängen in den letzten Jahren wieder zugenommen hat.
Abbruchquote beim Fernstudium
Die Abbruchquote im Fernstudium variiert je nach Studiengang und Fernakademie. Das Wirtschaftsmagazin “Capital” berichtet von einer Abbruchquote von circa 25%. Hierin sind allerdings nicht nur Fernstudiengänge, sondern auch andere Fernkurse eingerechnet, die eine Dauer von über einen Jahr haben.
Zum Vergleich: Die Abbruchquote beim Präsenzstudium beträgt an Universitäten circa 20%, an Fachhochschulen sogar 22%. Dies berichtete die FAZ am 23. Februar 2008.
Dies deutet daraufhin, dass die Differenz bzgl. der Abbruchquote zwischen klassischen Studenten und Fernstudenten geringer wird.

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